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Gotthard-Basistunnel

Innovative Bahntechnik

Der Gotthard-Basistunnel umfasst im Wesentlichen zwei je 57 km lange Einspurröhren, die alle 325 m mit Querschlägen verbunden sind, sowie 2 Multifunktionsstellen bei Sedrun und Faido. Das Trassee der NEAT-Achse Gotthard weist grosse Kurvenradien (mind. 3200 m gegenüber ca. 300 m auf der bestehenden Bergstrecke) und geringe Gefälle (max. 12.5‰ gegenüber 27‰ auf der bestehenden Strecke) auf.

Kernelemente der NEAT-Achse Gotthard sind die beiden Basistunnels an Gotthard und Ceneri. Mehrere Kilometer offene Strecke, teilweise mit Überholgleisen, stellen die Verknüpfung mit dem bestehenden SBB-Netz nördlich und südlich der Basistunnels her. Einzig beim Südende des Ceneri-Basistunnels erfolgt der Anschluss an die Stammlinie unmittelbar beim Tunnelportal.

 

Fahrbahn im Gotthard-Basistunnel
Der Gotthard-Basistunnel wurde mit einer festen Fahrbahn Typ LVT (Low Vibration Track) ausgerüstet. Als Schienenstützpunkte dienen vorfabrizierte Betonschwellenblöcke (Schienenbefestigung W14 mit elastischer Zwischenlage Zw700), die im unteren Teil von einem Gummischuh mit elastischer Einlage umhüllt sind. Nach dem präzisen Ausrichten des montierten Gleises wurden die Schwellenblöcke einbetoniert. Bei den Weichen kommen statt Einzelblöcken durchgehende Betonschwellen zum Einsatz.
Mit dem vom Unternehmer entwickelten Einbauverfahren konnten grosse Einbauleistungen erzielt werden («brutto» mehr als 100 m fertige LVT-Fahrbahn pro Tag) bei gleichzeitiger Einhaltung der hohen Qualitäts-anforderungen des Bauherrn (z.B. Lagegenauigkeit: Mittelwertabweichung ±0.5 mm mit einer Stan-dardabweichung ≤1.0 mm). Die ausgezeichnete Gleislage wurde durch die Ergebnisse der im November / Dezember 2015 durchgeführten Hochtastfahrten mit Geschwindigkeiten bis zu 275 km/h bestätigt.

Hydraulische Weichenstellsysteme
Im Gotthard-Basistunnel kommen für die Schweiz neuartige, hydraulische Weichenstellsysteme zum Einsatz (Typ VAE Hydrostar), deren Hauptkomponenten zwischen den Schienen, statt auf der Gleis-Aussenseite platziert sind. Dadurch konnten aufwendige Anpassungen an den seitlichen Rohrblockanlagen im Tunnel vermieden werden. Die Verwendung dieser Weichen auf der gesamten NEAT-Achse Gotthard vereinfacht den Unterhalt und die Ersatzteilhaltung.

Terminplanung «Capricorn»
Bei Unterzeichnung des Werkvertrags Bahntechnik 2008 gingen alle Beteiligten von einer Eröffnung des Gotthard-Basistunnel im Dezember 2017 aus. Der günstige Verlauf des verbleibenden Tunnelausbruchs und Beschleunigungsmassnahmen bei der Bahntechnik ermöglichten es, im Rahmen des Projekts «Capricorn» den Termin um ein Jahr vorzuziehen. Dies setzte, auch im Bereich der offenen Strecken und der Stammlinienanschlüsse, umfangreiche Koordinationsabsprachen voraus.


Die Gruner AG wirkte bei der Bahntechnik im Rahmen ihres Unterstützungsmandats "Fahrbahn, Einbau und Erhaltung GBT und CBT" und bezüglich des Rohbaus bei Projekt und Bauleitung innerhalb der Ingenieurgemeinschaft Gotthard-Basistunnel Nord sowie bei der Umweltbaubegleitung mit.

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