Integrierte, automatisierte Nachhaltigkeitsanalysen in frühen Projektphasen

 

 

Not a runner? Now you are!

40% der weltweiten Treibhausgasemissionen sind dem Bau und Betrieb von Gebäuden zuzuordnen. Um die Klimaerwärmung zu begrenzen, müssen die globalen Emissionen in den nächsten acht Jahren halbiert werden. Überwältigt werden wir (die Planenden) von der Vielzahl an Vorschlägen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und Grauen Energien, die bei der Erstellung und während des Betriebs von Immobilien entstehen, und von der ständigen Anpassung an strengere Vorschriften diesbezüglich [1]. Das überfordert teilweise sogar die leidenschaftlichsten Nachhaltigkeitsaktivisten und verleitet dazu, die vorhandenen Herausforderungen einfach beiseiteschieben zu wollen, anstatt sie konsequent zu lösen.​​​​​​​

 

Wie können der Energieverbrauch und die Emissionen aus der gebauten Umwelt sinnvoll reduziert werden? Und wie können wir die Zustimmung und Mitwirkung aller Stakeholder erreichen, um in der gesamten Immobilienbranche Massnahmen zu ergreifen?

Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) beschreibt eine umfassende Bewertung für das nachhaltige Bauen in der Schweiz. Es werden die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt) gleichermassen in Planung, Bau und Betrieb einbezogen[2]. Leider ist der manuelle Arbeitsaufwand für die Bewertung nach diesem Standard derzeit sehr hoch, so dass das Einbinden dieses Verfahrens in einen agilen Arbeitsprozess, in dem schnelle Handlungsfähigkeit gefordert ist, schwierig ist. Vor allem in frühen Projektphasen, in denen Entscheide noch grossen Einfluss auf die Nachhaltigkeit haben, ist eine schnelle Rückmeldung unbedingt notwendig.

Abbildung: Modellbasiertes SNBS Dashboard.
Quelle: nnbs.ch

Hier setzt die Entwicklung der integrierten, automatisierten Nachhaltigkeitsanalyse an.

Es wird das Potenzial des Megatrends Digitalisierung genutzt, indem Arbeitsabläufe bei der Nachhaltigkeitsbewertung automatisiert und somit beschleunigt werden - Beispiel siehe unten.

Voraussetzung für die automatisierte Berechnung und Bewertung ist eine strukturierte, homogenisierte Datengrundlage. Diese umfasst zum Beispiel Daten zum Standort wie 3D-Modelle oder kartierte Energien und Medien. Auch Daten aus gesetzlichen Vorgaben (Normen) oder Richtlinien wie dem oben erwähnten SNBS sind notwendige Grössen im Datenpool. Mit Hilfe der Daten können in einem ersten Schritt die standortbezogenen Möglichkeiten und Grenzen für die Planung ausgelotet werden. ​​​​​​​​​​​​​​

Optimierungsvorschläge von unterschiedlichen Projektbeteiligten können dann interaktiv und direkt auf ihre Nachhaltigkeit überprüft werden. Durch integrierte Datenvisualisierung wird die dialoggruppengerechte Anzeige der entscheidungsrelevanten KPIs (Key Performance Indicator) in einem personalisierbaren Cockpit ermöglicht.

Abhängigkeiten zwischen Änderungen in der Planung und dem Ergebnis der Nachhaltigkeitsbewertung werden so unmittelbar für alle Beteiligten sichtbar. Entscheide beruhen auf einer fundierten, gemeinschaftlichen Datengrundlage und gewinnen an Qualität. ​​​​​​​​​​​​​

Screenshots aus Arbeitsumgebung Rhino3D / Grasshopper

Die Entwicklung soll vor allem in frühen Planungsphasen mit vielen Änderungen Nachhaltigkeitsanalysen möglich machen. So wird die subjektive Einschätzung der Projektbeteiligten durch automatisch berechnete Bewertungen ersetzt und der Fokus auf die gemeinschaftliche Entwicklung innovativer Optimierungsansätze für die Planung gelegt.

Wir freuen uns, zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen u.a. aus den Business Units "Generalplanung Schweiz", "Gebäudetechnik Bern", "Brandschutz, Bauphysik Nordwestschweiz", "Infrastruktur Bern, Raumplanung", "Infrastruktur Basel, Umwelt", "Konstruktion Nordwestschweiz, Geotechnik" und "Bestandsbauwerke Nordwestschweiz" das Themengebiet Nachhaltigkeit bei Gruner bezüglich Digitalisierung und Automatisierung der Prozesse begleiten zu dürfen. ​​​​​​​

Gerne stehen wir für eure Fragen und Anregungen sowie den operativen Einsatz, vielleicht bald auch in euren Projekten, zur Verfügung. 

Ihr Ansprechpartner

Manuel Frey
Abteilungsleiter Digitale Planung / Bauklimatik
+41 31 917 20 90 | bWFudWVsLmZyZXlAZ3J1bmVyLmNo

Gruner Roschi AG
Sägestrasse 73
CH-3098 Köniz

Natasha Maria Catunda Torres Mota
Projektingenieurin Digitale Planung / Bauklimatik
+41 31 917 20 91 | bmF0YXNoYS5jYXR1bmRhQGdydW5lci5jaA==

Gruner Roschi AG
Sägestrasse 73
CH-3098 Köniz

Esther Rusnak
Architektur / Planung, Generalplanung Schweiz
+41 61 317 62 64 | ZXN0aGVyLnJ1c25ha0BncnVuZXIuY2g=

Gruner Schweiz AG
St. Jakobs-Strasse 199
CH-4020 Basel