Roche Bau 12
Planung und Realisierung der Baugrube und der Fundation eines neuen Forschungshochhauses
Im Rahmen der Verdichtung seines historischen Standorts in Basel plant Roche die Erstellung eines 70 m hohen Labor- und Bürogebäudes neben dem bereits fertiggestellten Bau 2. Speziell an diesem Projekt war, dass es sich um ein Fast-Track-Projekt handelte, mit anspruchsvollen Terminen, die Gruner vollständig einhalten konnte. Anspruchsvoll waren auch die Wünsche des Bauherrn, der eine ankerfreie Baugrube sowie eine flach fundierte Fundation ohne Gründungspfähle verlangte.
Für die Errichtung des Bau 12 war, nach dem vorgängigen Rückbau des bestehenden Bau 34, die Erstellung einer 22 m tiefen Baugrube mit einer Länge von rund 70 m und einer Breite von rund 35 m erforderlich. Die Planung dieses Hochhauses begann Anfang 2023, und der Abschluss der Realisierung der Baugrube und Fundation erfolgte in 2025.
Die unmittelbare Nähe des höchsten Gebäudes der Schweiz mit 205 m Höhe im Westen sowie des Bau 1 mit 178 m Höhe im Süden stellte die geotechnische Projektierung vor besondere Herausforderungen.
Durch den Einsatz einer Teildeckelbauweise mit einer Spriessplatte als Bestandteil des Neubaus konnte ein innovatives Konzept entwickelt werden, das sowohl die Anforderungen des Hochbaus als auch jene der Kostenminimierung und Terminoptimierung erfüllte.
Gruner konnte die Planung von der Phase Vorprojekt bis und mit Ausführung begleiten und zudem eine Verformungsprognose der Baugrubenwand, der Fundation sowie der Nachbargebäude infolge des Baugrubenaushubs durchführen.
Aufgrund der sehr engen Platzverhältnisse stellte die Konzeption der Baugrubenumschliessung eine besondere Herausforderung dar. Als Lösung wurde eine neue dreiseitige Bohrpfahlwand (Ost, Nord, Süd) erstellt; auf der Westseite wurde hingegen keine neue Bohrpfahlwand ausgeführt, da dort die bereits bestehende Bohrpfahlwand aus Bau 2 genutzt werden konnte.
Eine weitere besondere Herausforderung war der Lückenschluss der Baugrubenumschliessung auf der Nordwestseite. In diesem Bereich der Baugrube, der aufgrund fehlender Zugänglichkeit nicht mit Bohrpfählen gesichert werden konnte, wurde eine Stickstoff-Baugrundvereisung vorgesehen. Diese diente der temporären Abdichtung und der Aufnahme der Erd- und Wasserdrücke.
Eine aufwendige 3D-FE-Berechnung, nicht nur der Baugrube und Fundation von Bau 12, sondern auch der angrenzenden Bauwerke, ermöglichte eine zuverlässige Setzungsprognose für die verschiedenen Bauphasen. Dadurch konnte der Nachweis erbracht werden, dass die Setzungen innerhalb der Toleranzbereiche bleiben und auf Gründungspfähle verzichtet werden konnte. Somit war eine Flachfundation möglich, was dem Bauherrn erheblich Zeit und Kosten sparte.
In den Phasen Planung, Ausschreibung und Ausführung wurden im Sinne der Nachhaltigkeit Optimierungen vorgenommen, um den CO₂-Fussabdruck zu reduzieren. So wurden beispielsweise Grosstriaxialversuche (Durchmesser 60 cm, Höhe 100 cm) an Proben des Niederterrassenschotters durchgeführt, um realitätsnähere Baugrundkennwerte zu ermitteln und den Baugrubenentwurf zu optimieren. Eine detaillierte Analyse der CO2-Fussabdruck zeigte eine Einsparung von ca. 1/3 an CO2-Äquivalent gegenüber eine vergleichbaren Referenzbaugrube.
Bauherr
- F. Hoffmann-La Roche, Basel
Auftraggeber
- Roche (Planung); omniCon (Bauleitung)
Bearbeitungszeitraum
- 2023 - 2025
Leistungen
- Ausführungsplanung
- Städtischer und kommunaler Tiefbau